Yoga_Karlsruhe_4 Yoga Wege

Das wahre Glück besteht darin, sich frei entfalten zu können.

Thèophile Gautier

Die 4 Hauptpfade des Yoga

Karma Yoga – der Yoga des Handelns

Karma-Yoga ist der ‚Yoga der Tat‘ und bedeutet ein Handeln, ohne Anhaftung an seine Taten. Karma-Yoga wird oft auch als Yoga des selbstlosen Dienstes verstanden.
Karma Yoga, der Pfad der Werke, strebt danach, jegliche menschliche Aktivität an den erhabenen Willen hinzugeben. Er beginnt mit der Absage an alle ichhaften Zwecke unserer Werke, an alles Unternehmen einer Handlung aus ichhaftem Interesse oder um eines weltlichen Resultats willen. Gelassenheit, Verzicht auf alles Verlangen nach der Frucht unseres Wirkens und ein Handeln, das als Opfer dem Erhabenen Herrn unserer Natur und der gesamten Natur dargebracht wird.

Bhakti Yoga – der Yoga der Hingabe

Bhakti-Yoga ist die Bezeichnung für den Weg der liebenden Hingabe an Gott, der meist als persönlich angesehen wird. Dabei nutzt Bhakti Gefühle als einen Weg, Gott nahezukommen oder sich mit ihm oder ihr zu vereinen. Meist setzt das eine dualistische Gottesvorstellung voraus, da man annimmt, dass Liebe ein Objekt benötige. Doch spielt Bhakti auch in der nichtdualistischen Advaita- Philosophie eine Rolle, z. B. in der Hingabe an einen Guru, der als Verkörperung Gottes angesehen wird, oder in der Form einer persönlichen Gottheit, die das Absolute zum Zwecke der Anbetung verkörpert.

Raja Yoga – der Yoga des wissenschaftlichen Ansatzes

Der Raja Yoga ist einer der vier klassischen Wege des Yoga. Im Raja Yoga wird die stufenweise Entwicklung und Beherrschung des Geistes angestrebt. Raja Yoga – bekannt auch unter der Bezeichnung Ashtanga Yoga: wörtlich übersetzt „acht Glieder“.
Dieses System aus Philosophie und praktischen Übungen war ursprünglich eng mit der Samkhya-Philosophie verbunden und wurde lange Zeit mündlich von Lehrer zu Schüler übermittelt (Gurukula-System). Die heute noch maßgebliche erste noch überlieferte schriftliche Fixierung dieser Tradition stammt von Patanjali. Patanjali hat im Yogasutra das alte Wissen, in das er selbst praktisch eingeweiht war, in kurzen Aphorismen niedergelegt. Der Gattung der Sutras entsprechend (Sutra = Leitfaden), stellt diese Schrift nicht viel mehr als eine Gedächtnisstütze dar und ist ohne Kommentar bzw. ohne die traditionell übermittelte parallele Praxis nur schwer verständlich. Dennoch gehört sie bis heute zu den wichtigsten Yogaschriften.

Jnana Yoga – der Yoga des philosophischen Ansatzes

Jnana Yoga ist das Streben nach Erkenntnis der letzten Wahrheit, um Erlösung (Moksha) vom Kreislauf der Wiedergeburten zu erlangen. Nach hinduistischem Verständnis ist die Wurzel von allem Übel Avidya, das „Nichtwissen“, und dieses wiederum die Ursache für die Wiedergeburt. Nicht theoretische Gelehrsamkeit und Anhäufung von Einzelwissen ist das Ziel, sondern Weisheit.
Nach dem Advaita, einer der populärsten Richtungen hinduistischer Philosophie, ist dieses Wissen stets vorhanden, es braucht daher nicht erworben, sondern nur ins Bewusstsein gerückt zu werden.